Winter-Weihnachten-Neujahr – Was bedeutet das in Deutschland?

Antworten erhielten Migrantinnen und Migranten unter dem Motto „Kalte Jahreszeit – warme Farben“ im Dezember bei angeleiteten Malstunden an der Kolping Akademie

Auch wenn der Winter 2025 sich bislang eher mild zeigte, ist diese Jahreszeit für Menschen aus anderen Klimazonen etwas überraschend Neues. Im Wechsel von Trockenzeiten und Regenzeiten wie z.B. in den Tropen ist eine kalte Jahreszeit wie diese nicht vorgesehen. Dazu wird sie begleitet von befremdlichen Gestalten wie Nikolaus und Christkind, von Lichterschmuck an den Geschäften, Weihnachtsmarkt und Tannenbäumen. Die christliche Weihnachtsbotschaft ist nur einigen wenigen Teilnehmer*innen aus Somalia, Afghanistan und Syrien bekannt. Auch Glücksbringer zu Silvester wie rosa Schweinchen, Schornsteinfeger oder vierblättrige Kleeblätter wirken eher merkwürdig. Und Feuerwerk an Silvester hat mit seinem Raketenlärm eher etwas Erschreckendes.

In dieser kalten Jahreszeit brauchen wir nicht nur die Wärme einer Heizung, sondern v.a. die Wärme unserer Mitmenschen, von Familie und Freundeskreis. Halt und Wärme bieten aber auch Rituale und Traditionen, Kunst und Kultur. Deshalb wurde bei Plätzchen und heißem Tee in der Gemeinschaft mit anderen ein vorweihnachtlicher Malkurs in der Kolping-Akademie für Migrant*innen und Geflüchtete angeboten. An die Einführung der Integrationsbeauftragten

Dr. Sigrid Mahsberg zu den Weihnachts- und Neujahrsbräuchen schloss sich ein intensiver Malkurs an, bei dem die freischaffende Künstlerin Anita Melber den Umgang mit Acrylfarben erklärte. Jeder suchte sich ein Motiv anhand mitgebrachter Bilder und Objekte aus und konnte mit ihrer Hilfe ein fertiges Werk mit nach Hause nehmen. Zuvor wurden die entstandenen Bilder jedoch fotografiert und in verschiedenen Formaten vervielfältigt, so dass sie – auf Postkartenkarton aufgeklebt – als Weihnachts- oder Neujahrsgruß verwendet werden konnte. Jeder hatte damit seine ganz individuelle Grußkarte gestaltet, die er seinen Mitmenschen überreichen oder zuschicken konnte – als praktische Teilhabe an den gesellschaftlichen Bräuchen der neuen Heimat.

Dieser Nachmittagskurs war ein gemeinsames Projekt von „Brückenbogen Kulturinsel e.V.“ und Kolping Akademie, gefördert durch „Partnerschaft für Demokratie Würzburg“. Die Teilnehmenden waren begeistert und bedankten sich bei den Organisatorinnen, der Vereinsvorsitzenden Inna Kopp und ganz besonders auch bei der Stadt Würzburg.